Die Abschaffung der Erbschaftssteuer in Schweden: Ein Modell für Deutschland?
Die Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer in Schweden zum 1. Januar 2005 gilt als eine der am besten dokumentierten Steuerreformen weltweit[1]. In einem Land mit historisch hoher Steuerbelastung und starkem Wohlfahrtsstaat führte diese Maßnahme zu unerwartet positiven wirtschaftlichen Effekten, ohne die oft befürchteten Nachteile wie eine Explosion der Ungleichheit zu verursachen. Schweden, das bis dahin eine progressive Erbschaftssteuer mit Sätzen bis zu 30 % hatte[2], entschied sich für eine komplette Streichung, um Wachstum zu fördern und Steuervermeidung zu reduzieren[3].
Diese Reform wurde von einer breiten politischen Koalition getragen, einschließlich der Sozialdemokraten, die zunächst skeptisch waren, aber die Vorteile erkannten[4]. Die Abschaffung erfolgte ursprünglich rückwirkend zum 17. Dezember 2004 – vorgezogen als humanitäre Geste nach der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean, bei der über 500 schwedische Staatsangehörige ums Leben kamen[5]. Im Folgenden analysieren wir die zentralen Folgen detailliert und ziehen Parallelen zu Deutschland.
Die Ausgangslage in Deutschland
In Deutschland belastet die Erbschaftssteuer mit Freibeträgen von 400.000 € pro Kind und komplexen Ausnahmen für Betriebsvermögen (bis zu 100 % Befreiung unter Bedingungen wie Haltefristen und Lohnsummenregelungen) den Mittelstand und Familienunternehmen erheblich[6]. Die Einnahmen aus der Erbschafts- und Schenkungsteuer betrugen im Jahr 2024 festgesetzte 13,3 Milliarden Euro, wobei die tatsächlich realisierten Einnahmen durch umfangreiche Steuererlasse deutlich niedriger liegen – insbesondere bei Großvermögen[7].
Die effektive Besteuerung ist stark regressiv: Während kleinere und mittlere Erbschaften oberhalb der Freibeträge mit substantiellen Steuersätzen belegt werden, zahlen Erben von Milliardenvermögen dank der Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen oft nur 1,5 bis 5 Prozent[8]. Im Jahr 2024 verzichtete der Staat allein durch Steuererlasse für 45 Großerben auf Einnahmen von 3,4 Milliarden Euro[9]. Insgesamt belaufen sich die jährlichen Steuervergünstigungen für Unternehmensübertragungen auf etwa 7 Milliarden Euro und machen diese zur größten Steuersubvention im Bundeshaushalt[10].
Diese Verzerrungen verursachen hohe Verwaltungskosten, schaffen Anreize zur Steuervermeidung und benachteiligen systematisch den Mittelstand, während Superreiche oft ausweichen können. Eine Abschaffung nach schwedischem Vorbild könnte Deutschland zu mehr Investitionen, Transparenz und Wachstum verhelfen.
1. Starkes Wachstum der Unternehmensinvestitionen
Vor der Abschaffung band die Erbschaftssteuer erhebliches Kapital in Rücklagen, da Erben oft liquide Mittel für Steuersätze bis 30 % bereitstellen mussten – eine Belastung, die besonders Familienunternehmen traf[11]. Nach 2005 floss dieses Kapital frei in Investitionen: Empirische Studien zeigen deutliche Anstiege der Unternehmensinvestitionen und eine spürbare Zunahme von Unternehmensgründungen[12].
In Schweden stiegen die Beschäftigungszahlen in Familienbetrieben, da keine Steuern mehr den Generationswechsel behinderten – ein Problem, das zuvor häufig zu Zwangsverkäufen oder Liquidationen führte[13]. Ein Familienunternehmen aus Stockholm, das Mietwohnungen im Stadtzentrum errichtete, berichtete, dass allein die eingesparten Erbschaftssteuerzahlungen die Finanzierung von 200 neuen Apartments ermöglicht hätten[14]. Dies förderte Innovation und Produktivität, da Unternehmer risikobereiter investierten, ohne Angst vor prohibitiven Steuernachzahlungen bei Generationswechseln.
Für Deutschland wäre das hochrelevant: Die komplexen Bewertungsvorschriften und 10-jährigen Haltefristen belasten den Mittelstand erheblich, was Investitionen hemmt und die ohnehin schwache Gründerkultur schwächt[15]. Viele Familienunternehmen, die etwa 90 % der deutschen Firmen ausmachen[16], kämpfen mit Liquiditätsproblemen bei Erbfällen, was zu Verkäufen an Konzerne oder ausländische Investoren führt. Eine Abschaffung könnte Investitionen boosten, die Exportstärke stärken und den demografischen Wandel erleichtern, da ältere Unternehmer freier planen können.
2. Deutlicher Anstieg der gemeldeten Erbschaften und Transparenz
Die Erbschaftssteuer schürte Vermeidungsstrategien: Vermögen wanderte ins Ausland (z. B. in die Schweiz), wurde durch vorzeitige Schenkungen umgangen oder „schwarz" gehalten, was Transparenz und andere Steuereinnahmen untergrub[17]. Empirische Untersuchungen zeigen, dass die durchschnittliche Steuerzahlung bei der schwedischen Erbschaftssteuer um 30–70 % höher gewesen wäre, hätte keine systematische Unterdeklarierung stattgefunden[18].
Nach der Abschaffung meldeten Schweden deutlich mehr Erbschaften, da Anreize zur Verschiebung entfielen – Kapital floss zurück und erweiterte die Basis für andere Steuern wie die Kapitalertragsteuer[19]. Dies reduzierte Verwaltungskosten und illegale Praktiken, da Erben ehrlich deklarierten. Die Forschung zeigt, dass viele schwedische Erben vor 2005 präzise Steuerminimierungsstrategien nutzten, etwa durch geschickte Schenkungen an Kinder, um die Steuerlast auf null zu reduzieren[20].
In Deutschland, wo Schenkungen alle 10 Jahre steuerfrei bis 400.000 € möglich sind, führt die Erbschaftssteuer zu ähnlicher Vermeidung: Reiche nutzen Stiftungen, komplexe Unternehmensstrukturen oder Auslandsverlagerungen, während Mittelständler die Hauptlast tragen[21]. Jährlich entgehen dem Staat Milliarden durch „Steuerplanung", was die Ungleichheit verstärkt, da nur Wenige sich teure Steuerberater leisten können. Eine Streichung würde Transparenz schaffen, Einnahmen aus Mehrwertsteuer und Einkommensteuer steigern und den „Armen-Reichen-Effekt" mildern, da alle fairer behandelt werden. Schwedens Erfahrung belegt: Ohne Erbschaftssteuer kehrt „verstecktes" Kapital zurück, belebt die Wirtschaft und reduziert bürokratische Hürden.
3. Positives Gesamtsteuersaldo durch dynamische Effekte
Vor 2005 generierte die schwedische Erbschaftssteuer nur 0,15–0,2 % der Steuereinnahmen (ca. 10–12 Milliarden SEK jährlich)[22] – ein verschwindend geringer Anteil bei hohen Verwaltungskosten und gesellschaftlichen Verzerrungen. Nach der Abschaffung fielen diese Kosten weg, doch dynamische Effekte wie höhere Investitionen, gesteigerter Konsum und vermehrte Dividendenausschüttungen steigerten die Einnahmen aus Mehrwertsteuer, Kapitalertrag- und Körperschaftsteuer[23].
Schweden demonstrierte eindrucksvoll den Laffer-Kurven-Effekt: Die Steuerquote sank von 51 % des BIP im Jahr 2000 auf 44 % im Jahr 2014, während die absoluten Steuereinnahmen inflationsbereinigt um 260 Milliarden SEK (ca. 31,2 Milliarden US-Dollar) stiegen[24]. Niedrigere Vermögenssteuern förderten Wachstum, das wiederum mehr Einnahmen brachte. Anders Ydstedt, ein führender Strategie
berater und Kampagnenmanager gegen die Erbschaftssteuer, betonte: „Ein klügeres Steuersystem erzeugt höheres Wirtschaftswachstum und damit höhere Steuereinnahmen"[25].
In Deutschland beträgt die nominell festgesetzte Erbschafts- und Schenkungsteuer etwa 1,6 % der Gesamtsteuereinnahmen (13,3 Milliarden € festgesetzt, aber effektiv deutlich weniger durch Erlasse)[26]. Die Steuer verursacht erhebliche Kosten für Gutachten, Bewertungsverfahren und rechtliche Auseinandersetzungen. Prognosen sehen zwar einen Anstieg des Erbvolumens bis 2050, ignorieren jedoch Vermeidungseffekte und volkswirtschaftliche Opportunitätskosten[27].
Eine Abschaffung könnte den Arbeitsfaktor entlasten, internationale Investitionen anziehen und netto mehr Steuern einbringen, da Kapital produktiver eingesetzt wird. Andere Länder wie Österreich (Abschaffung 2008)[28] und Norwegen (2014)[29] berichten von ähnlichen Entwicklungen: Weniger Steuern auf Erbschaften führen zu breiterem Wachstum und kompensierten die geringen Ausfälle durch andere Steuerarten.
4. Keine Zunahme der Vermögensungleichheit
Kritiker prophezeiten vor der schwedischen Reform eine Ungleichheitsexplosion, doch die Gini-Koeffizienten für Vermögen blieben nach der Abschaffung stabil oder sanken sogar leicht[30]. Dies lag an der breiteren Aktienbeteiligung der Bevölkerung und vermehrten Unternehmensgründungen, die Reichtum breiter verteilten[31]. Erbschaften reduzieren tatsächlich oft Ungleichheit, da sie breite Mittelschichten erreichen; die Erbschaftssteuer konterkariert dies durch Vermeidungsmöglichkeiten der Reichen[32].
In Schweden blieb die soziale Mobilität hoch, trotz der Existenz wohlhabender Unternehmerdynastien an der Spitze. Die Abschaffung führte nicht zur befürchteten Verfestigung von „Klassenprivilegien", sondern ermöglichte gerade kleineren und mittleren Unternehmen, erfolgreicher zu operieren und zu wachsen[33].
Deutschland weist eine hohe Vermögensungleichheit auf: Die reichsten 10 % halten etwa 60 % des Nettovermögens[34]. Die Erbschaftssteuer verstärkt diese Ungleichheit paradoxerweise, da Superreiche dank Verschonungsregelungen und Gestaltungsmöglichkeiten kaum Steuern zahlen, während der Mittelstand die Hauptlast trägt. Empirische Studien zeigen, dass Erbschaftssteuern einen sehr begrenzten Umverteilungseffekt haben, da sie Verhaltensänderungen und Steuervermeidung provozieren[35].
Eine Abschaffung könnte Gründungen fördern, echte Chancengleichheit schaffen und Ungleichheit mildern, ohne vermeintliche „Klassenprivilegien" zu zementieren. Der Fokus sollte auf Bildung, Innovation und gleichen Startchancen liegen – nicht auf einer Steuer, die primär Mittelständler belastet und Superreiche verschont.
5. Rückkehr von Kapital und Unternehmern
Viele wohlhabende Schweden wie IKEA-Gründer Ingvar Kamprad oder Mitglieder der Rausing-Familie (Tetra Pak) kehrten nach der Abschaffung der Erbschaftssteuer aus Steueroasen nach Schweden zurück[36]. Schweden wurde zum Netto-Zuzugsland für Millionäre, was Investitionen, Unternehmensgründungen und Arbeitsplätze boostete[37]. Die Abschaffung stoppte die Kapitalflucht und machte Schweden zu einem attraktiven Standort für Unternehmer.
Der damalige schwedische Minister für Unternehmertum Ibrahim Baylan stellte fest, dass Vermögenssteuern Zeit und Ressourcen von strategischer Unternehmensentwicklung ablenkten und primär Steuerberater bereicherten statt den Staat. Im schlimmsten Fall verlagerte sich Unternehmensvermögen einfach ins Ausland – mit allen negativen Konsequenzen für Entscheidungsfindung und Beschäftigung in Schweden[38].
Deutschland verliert jährlich erhebliches Vermögen durch Abwanderung, insbesondere in die Schweiz[39]. Eine Abschaffung der Erbschaftssteuer würde Kapital zurückholen, den Mittelstand stärken und die Wirtschaft beleben. In einer Welt globaler Kapitalmobilität sind einseitige hohe Vermögenssteuern zunehmend ineffektiv – es ist volkswirtschaftlich klüger, sie abzuschaffen und so die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern.
Zwischen 2013 und 2023 wurden in Schweden mehr Unternehmen an der Börse gelistet als in Deutschland, Frankreich, Spanien und den Niederlanden zusammen[40] – ein beeindruckendes Zeugnis für die Dynamik des schwedischen Unternehmertums nach der Steuerreform.
6. Politische und gesellschaftliche Akzeptanz
Ursprünglich von linken Parteien kritisiert, ist die Reform heute in Schweden unumstritten. Selbst die Sozialdemokraten verzichten auf eine Wiedereinführung, da die wirtschaftlichen Vorteile die theoretischen Umverteilungseffekte klar überwiegen[41]. Der ehemalige Premierminister Stefan Löfven und aktuelle sozialdemokratische Führungspersonen haben Familienunternehmen für ihre stabilisierende Rolle während der Finanzkrise und der COVID-19-Pandemie gelobt[42]. Trotz Druck von radikaleren Fraktionen haben sie davon abgesehen, Erbschafts-, Schenkungs- oder Vermögenssteuern in ihr Wahlprogramm aufzunehmen, da sie erkannten, dass solche Steuern wenig Einnahmen bringen, Anreize verzerren und die Grundlagen der Wohlfahrtsfinanzierung untergraben[43].
Der sozialdemokratische Parlamentarier Lars Mejern ermutigte Familienunternehmer sogar, eine aktivere Rolle im öffentlichen Diskurs zu übernehmen, und betonte ihre langfristige Perspektive: „Politiker haben den längsten Zeithorizont, wenn sie neu gewählt werden, dann schrumpft er schnell. Aber Familien denken in Generationen, nicht in Quartalen"[44].
In Deutschland könnte eine Abschaffung ähnlich akzeptiert werden, da sie Arbeitsplätze schützt, Wachstum fördert und Umverteilung kaum beeinträchtigt – im Gegenteil, die aktuelle Erbschaftssteuer wirkt regressiv und bevorzugt Superreiche. Die aktuelle Debatte um Reformen zeigt: Eine vollständige Streichung wäre fairer und ökonomisch sinnvoller als das bestehende Patchwork aus Ausnahmen, Verschonungsregelungen und Schlupflöchern.
Internationale Perspektive: Europa und weltweit
Schweden steht mit seiner Entscheidung nicht allein. Zwischen 2000 und 2014 haben weltweit 11 Staaten und 2 unabhängige Steuergebiete (Hongkong und Macau) die Erbschaftssteuer abgeschafft[45]. In Europa gingen fünf Staaten diesen Weg: Norwegen, Tschechien, Österreich, Schweden und Portugal. In Norwegen waren fehlende Fairness, negative Liquiditätsauswirkungen bei Betriebsübergaben sowie geringe Steuereinnahmen die Hauptgründe[46].
Weitere europäische Länder ohne Erbschaftssteuer oder mit sehr geringen Belastungen innerhalb der Familie sind Estland, Lettland, Liechtenstein, Russland, Slowakei und Zypern[47]. Außerhalb Europas haben Australien, Indien, Israel, Kanada, Neuseeland, Singapur und viele andere entwickelte Volkswirtschaften keine Erbschaftssteuer[48]. Selbst in Ländern mit formaler Erbschaftssteuer wie der Schweiz liegt die effektive Belastung für große familieninterne Erbschaften oft nahe null[49].
Der globale Trend geht klar in Richtung Abschaffung oder zumindest starker Reduktion der Erbschaftsbesteuerung, da die negativen Auswirkungen auf Unternehmertum, Kapitalakkumulation und Standortattraktivität zunehmend erkannt werden.
Fazit: Warum Deutschland dem schwedischen Modell folgen sollte
Schwedens Reform hat sich nach zwei Jahrzehnten eindrucksvoll bewährt: höheres Wirtschaftswachstum, mehr Steuereinnahmen insgesamt, stabile Gleichheitsverhältnisse, Rückkehr von Kapital und Unternehmern, sowie breite politische Akzeptanz über ideologische Grenzen hinweg. Für Deutschland, das unter hoher Arbeitsbesteuerung, chronischer Investitionsschwäche und zunehmender Abwanderung von Unternehmern leidet, wäre die vollständige Streichung der Erbschafts- und Schenkungsteuer ein Wendepunkt.
Die aktuellen 13,3 Milliarden Euro festgesetzter Steuereinnahmen erscheinen auf den ersten Blick substantiell, doch bei genauerer Betrachtung erweist sich die Erbschaftssteuer als ineffizient und kontraproduktiv:
- Massive Steuerausfälle durch Privilegien: Allein 7 Milliarden Euro jährlich entgehen durch Verschonungsregelungen[50], womit die Erbschaftssteuer zur größten Steuersubvention im Bundeshaushalt wird.
- Regressive Wirkung: Während der Mittelstand zahlt, entrichten Großerben oft nur 1,5-5 % effektive Steuer[51] – das Gegenteil von Umverteilung.
- Hohe Verwaltungs- und Befolgungskosten: Gutachten, Rechtsstreitigkeiten und Bewertungsverfahren verschlingen Ressourcen ohne produktiven Mehrwert.
- Hemmung von Investitionen: Liquiditätszwänge bei Erbfällen führen zu Unterinvestitionen oder Zwangsverkäufen gerade bei mittelständischen Unternehmen.
- Kapitalflucht: Wohlhabende verlagern Vermögen ins Ausland, Deutschland verliert Steuersubstrat und Unternehmergeist.
Eine Abschaffung nach schwedischem Vorbild würde:
- Investitionen boosten und die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken
- Kapital zurückholen durch verbesserte Standortattraktivität
- Transparenz schaffen, da Vermeidungsanreize entfallen
- Administrative Ressourcen freisetzen für produktivere Verwendungen
- Dynamische Steuereffekte nutzen: Mehr Wachstum generiert höhere Einnahmen aus Einkommen-, Körperschaft- und Mehrwertsteuer
Der Laffer-Kurven-Effekt, in Schweden eindrucksvoll demonstriert, ist real: Niedrigere Vermögenssteuern können durch Wachstumsdynamik die Gesamtsteuereinnahmen steigern. Statt an einer symbolisch aufgeladenen, aber ökonomisch schädlichen und faktisch regressiven Steuer festzuhalten, sollte Deutschland den Mut aufbringen, sie ersatzlos zu streichen.
Die Alternative – das bestehende System mit seinen zahllosen Ausnahmen, Schlupflöchern und Ungerechtigkeiten – ist weder fair noch effizient noch legitimierbar. Wenn selbst die sozialdemokratisch geführten Regierungen in Schweden die Abschaffung dauerhaft mittragen, sollte Deutschland diese Lektion ernst nehmen.
Es ist an der Zeit, von Schweden zu lernen und den Schritt zu wagen: Abschaffung der Erbschaftssteuer – für Fairness, Wachstum und Wohlstand.
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Quellenverzeichnis
- [1]Henrekson, M., & Waldenström, D. (2016). Inheritance taxation in Sweden, 1885–2004: the role of ideology, family firms, and tax avoidance. *The Economic History Review*, 69(4), 1228-1254.↩
- [2]Wikipedia. (2009). Erbschaftsteuer in Schweden. https://de.wikipedia.org/wiki/Erbschaftsteuer_in_Schweden↩
- [3]Ydstedt, A. (2016). How high-tax Sweden abolished its disastrous inheritance tax. *Institute of Economic Affairs*. https://iea.org.uk/blog/how-high-tax-sweden-abolished-its-disastrous-inheritance-tax/↩
- [4]Ebenda.↩
- [5]Wikipedia. (2009). Erbschaftsteuer in Schweden; Streck Mack Schwedhelm. (2025). Abschaffung der Erbschaft- und Schenkungsteuer in Schweden lässt deutsches Besteuerungsrecht auferstehen. https://steueranwalt.de/news/steuerblog/↩
- [6]Bundesministerium der Finanzen. Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG).↩
- [7]Statistisches Bundesamt. (2025). Festgesetzte Erbschaft- und Schenkungsteuer 2024. *Pressemitteilung Nr. 320*. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/08/PD25_320_736.html↩
- [8]Netzwerk Steuergerechtigkeit. (2025). Erneut Steuererlasse in Milliardenhöhe für Großerben. https://www.netzwerk-steuergerechtigkeit.de/erneut-steuererlasse-in-milliardenhoehe-fuer-grosserben/↩
- [9]Ebenda.↩
- [10]Ebenda; Attac Deutschland. (2025). Erbschaftsteuerprivilegien: 3,4 Milliarden Euro Steuererlass für 45 Großerben. https://www.attac.de/neuigkeiten/detailansicht/news/erbschaftsteuerprivilegien-2025↩
- [11]Henrekson & Waldenström (2016), a.a.O.↩
- [12]World Taxpayers Associations. (2016). Fiscal Lessons: Ten Years Without the Swedish Inheritance Tax. http://worldtaxpayers.org/2016/09/fiscal-lessons-ten-years-without-the-swedish-inheritance-tax/↩
- [13]Family Business UK. (2025). What can we learn from Sweden's abolition of IHT? https://familybusinessuk.org/what-can-we-learn-from-swedens-abolition-of-iht/↩
- [14]Ebenda.↩
- [15]Bundesverband der Deutschen Industrie. Studien zur Erbschaftssteuer und Unternehmensnachfolge.↩
- [16]Institut für Mittelstandsforschung Bonn. Statistiken zu Familienunternehmen in Deutschland.↩
- [17]Henrekson & Waldenström (2016), a.a.O.↩
- [18]Escobar-Jansson, S. (2024). Lessons from the Swedish Inheritance Tax. *SNS Research Brief 60*. https://www.sns.se/en/articles/sns-research-brief-60-lessons-from-the-swedish-inheritance-tax/↩
- [19]World Taxpayers Associations (2016), a.a.O.↩
- [20]Selin, H., Escobar, S., & Roine, J. (2023). Giving to the children or the taxman?: Lessons from a Swedish inheritance tax loophole. *Journal of Public Economics*, 218, 104797.↩
- [21]Jirmann, J. (2024). Rückläufige Einnahmen aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer. *Wirtschaftsdienst*, 104(1), 60-65.↩
- [22]World Taxpayers Associations (2016), a.a.O.↩
- [23]Ebenda.↩
- [24]Ebenda: "The tax ratio declined from 51 percent of GDP in 2000 to 44 percent in 2014, even as tax income increased by SEK260 billion (US$31.2 billion), adjusted for inflation."↩
- [25]Ydstedt (2016), a.a.O.↩
- [26]Statistisches Bundesamt (2025), a.a.O.; Gesamtsteuereinnahmen Deutschland ca. 800 Milliarden Euro.↩
- [27]Verschiedene Studien zur Erbschaftsentwicklung in Deutschland.↩
- [28]Wikipedia. (2009). Erbschaftsteuer in Österreich. https://de.wikipedia.org/wiki/Erbschaftsteuer_in_%C3%96sterreich; Die Abschaffung erfolgte zum 1. August 2008.↩
- [29]Wirtschaftskammer Österreich. (2024). Erbschaftssteuer Unternehmensfeindliche Steuer. https://www.wko.at/oe/news/analyse-erbschaftssteuer.pdf; ETLA. (2025). The Behavioral Effects of Inheritance, Estate and Gift Taxes. https://www.etla.fi/en/publications/reports/↩
- [30]World Taxpayers Associations (2016), a.a.O.↩
- [31]Ebenda.↩
- [32]Henrekson & Waldenström (2016), a.a.O.↩
- [33]Family Business UK (2025), a.a.O.↩
- [34]Deutsche Bundesbank. Vermögensverteilung in Deutschland.↩
- [35]Escobar-Jansson (2024), a.a.O.; Jirmann (2024), a.a.O.↩
- [36]Ydstedt (2016), a.a.O.; World Taxpayers Associations (2016), a.a.O.↩
- [37]Ebenda.↩
- [38]Family Business UK (2025), a.a.O.↩
- [39]Wohnsitz Ausland. Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer bei Wohnsitz im Ausland. https://www.wohnsitzausland.com/fachwissen/erbschaftsteuer-schenkungsteuer-auslandsbezug↩
- [40]Mittelrhein Tageblatt. (2025). Erbschaftsteuer? Abgeschafft! Und plötzlich blüht Schwedens Wirtschaft. https://www.mittelrhein-tageblatt.de/erbschaftsteuer-abgeschafft-und-ploetzlich-blueht-schwedens-wirtschaft-18777/↩
- [41]Family Business UK (2025), a.a.O.↩
- [42]Ebenda.↩
- [43]Ebenda.↩
- [44]Ebenda.↩
- [45]Wirtschaftskammer Österreich (2024), a.a.O.; Cole, 2015, zitiert in WKO-Studie.↩
- [46]Ebenda.↩
- [47]Erbrechts-Spezialist Augsburg. (2024). Erbschaftssteuer Europa. https://erbrechts-spezialist-augsburg.de/wp-content/uploads/2024/06/Erbschaftssteuer_Europa.pdf↩
- [48]Wohnsitz Ausland (o.J.), a.a.O.; PwC. Sweden - Individual - Other taxes. https://taxsummaries.pwc.com/sweden/individual/other-taxes↩
- [49]Wohnsitz Ausland (o.J.), a.a.O.↩
- [50]Netzwerk Steuergerechtigkeit (2025), a.a.O.↩
- [51]Ebenda.↩



